Besuch in Ostenholz
Nachlese zur „Exkursion durch Ostenholz“
Sonnenstrahlen ließen das Zifferblatt der Ostenholzer Kirchturmuhr golden leuchten, als sich auf Einladung des Seniorenbeirates der Stadt Walsrode siebzehn Interessierte zu Frühlingsbeginn mit der Gästeführerin Britta Häntzsch zu einem Spaziergang durch Ostenholz trafen.
Auf dem Rundgang wusste Frau Häntzsch historische Ereignisse, kuriose Spukgeschichten und Aktuelles zu berichten, so zum Beispiel über die Lage an der alten Heer- und Handelsstraße Celle – Walsrode – Bremen und die Plünderungen im 30jährigen und 7jährigen Krieg oder den Durchzug napoleonischer Truppen.Über den alten Gerichtsplatz, den Reiherbusch, heute nur der Rest eines ehemals großen Waldes, in dem früher – wie der Name sagt – Reiher gehorstet haben.
Beim Gang über den Friedhof fielen auf den Grabsteinen Namen einiger Adelsfamilien auf, diese haben sich nach dem 2. Weltkrieg und der Flucht aus Schlesien, Pommern oder Livland in den Dörfern des ehemaligen Truppenübungsplatzes neu angesiedelt.Bei vielen Teilnehmenden wurden bei der ehemaligen Gaststätte „Onkel Nickel“ Erinnerungen an Hochzeits- und Familienfeiern wach. Oder auch an John Lennon, der 1966 bei Dreharbeiten zu einigen Sequenzen des Films „How I won the war“ auf dem Truppenübungsplatz anwesend war. Weil der „Pilzkopf“ nicht unter den Soldatenhelm passte, wurden ihm im „Onkel Nickel“ die Haare geschnitten. Nachzulesen auf einer Schautafel neben der ehemaligen Gaststätte. Weiter ging es zum Hohen Stein, auf dem zum Gedenken die Namen der Ortschaften eingemeißelt sind, deren Bewohner 1936 – 1938 dem Truppenübungsplatz weichen mussten.
Erinnert wurde auch an den Wünninghof, die wohl älteste ländliche Gastwirtschaft der Provinz Hannover. genannt 1438 im Schatzregister Celle. Auch Hermann Löns ging zu seiner Zeit dort ein und aus. Im Herbst 2021 wurde das Haus auf Veranlassung der Bundesanstalt für Immobilien Aufgaben abgerissen.
Abschluss fand der Rundgang in der Kirche, deren Innenausstattung bis auf die Bänke fast vollständig erhalten geblieben ist, neben dem Kanzelaltar auch das kombinierte Taufbecken und Lesepult. Ein Bild des verstorbenen Künstlers Siegfried Steege fällt ins Auge, gestiftet von der Familie von Wahl.
Andreas Perdikomatis bedankte sich bei Frau Häntzsch mit einem Blumenstrauß für die Führung und die Teilnehmenden konnten anschließend weiter angeregt Erinnerungen austauschen und ihre Gespräche fortsetzen bei Kaffee und leckerem Kuchen in der Gaststätte „Kleiner Onkel Nickel“.


